In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Fragen beantwortet. Natürlich können sich Fehler eingeschlichen haben und es handelt sich um eine subjektive Meinung, die weitestgehend versucht neutral zu sein. Für Verbesserungsvorschläge, Fehlererkennungen etc. bitte eine kurze Mail schreiben.

Es gab doch zwei Volksabstimmungen mit einem klaren Nein. Warum also das Ganze? 
Hietzing votierte in der Tat zweimal dagegen, allerdings waren das Meinungsumfragen, die rechtlich nicht bindend sind und vor allem ist so eine Befragung nicht mit einer Volksabstimmung vergleichbar. Zudem darf man nicht außer Acht lassen, dass sich die Situation mit jedem Jahr verschlechtert, da das Gebiet der Parkraumbewirtschaftung kontinuierlich vergrößert wird. So trat nach der 2. Umfrage in Favoriten und Hetzendorf das Parkpickerl in Kraft, während in Simmering und Döbling die Einführung erst beschlossen wurde. Auch andere Verkehrsprojekte, u. a. der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, können die Parkplatzsituation verschlechtern.


Wie viel kostet das Parkpickerl?

Bei jedem Antrag sind folgende Abgaben zu entrichten:

Parkometerabgabe: 7,50 Euro / Monat - 90 Euro / Jahr (mind. drei Monate - max. 2 Jahre - Danach muss der Antrag erneut gestellt werden.)

Bundesabgabe: 8,60 Euro (online) / 14,30 Euro
Gebühr pro Beilage 2,30 (online) / 3,90 Euro - aber höchstens 13,10 Euro (online) / 21,80 Euro
Verwaltungsabgabe: 30,70 Euro (online) / 35,70 Euro

Beispiel: Bucht man das Parkpickerl online für 2 Jahre, dann liegen die Gesamtkosten ungefähr bei 110 Euro pro Jahr.


Ist das nicht viel?
Laut LeasePlan liegen die durchschnittlichen Autokosten der ÖsterreicherInnen bei € 536,-/Monat. Sogar diese Website ist teurer als das Parkpickerl.


Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Sie müssen ZulassungsbesitzerIn des Autos sein / einen Leasingvertrag für das Auto haben / privat ein Firmenauto nutzen.
Sie müssen selbst mit diesem Auto fahren.
Das Fahrzeug muss mehrspurig sein und auf Ihre Hauptwohnsitz-Adresse zugelassen sein, außer es ist ein Firmenauto, das Sie privat nutzen.
Das Fahrzeug darf höchstens 3,5 Tonnen schwer sein und auch ein Auto mit Wechselkennzeichen sein.

Quelle und weitere Informationen entnehmen Sie bitte von der Stadt Wien:
https://www.wien.gv.at/amtshelfer/verkehr/parken/kurzparkzone/parkpickerl.html

Achtung: Hier wird nur auf das Parkpickerl für AnwohnerInnen eingegangen.

Es gibt eine Sonderregelung für BewohnerInnen von Kleingärten:

https://www.wien.gv.at/mba/ahs-info/parkpickerl-kleingaerten.html

Informationen und Beratung für den betrieblichen Parkleber sind bei der WKO zu finden:
https://www.wko.at/service/w/verkehr-betriebsstandort/Beratung_zum_Parkpickerl.html

Warum sollten die parkenden Fahrzeuge mit einem Parkpickerl weniger werden?
Es gibt grob gesagt sechs Kategorien:
1.) AnwohnerInnen
2.) BesucherInnen / PatientInnen / KundInnen
3.) ArbeitnehmerInnen / ArbeitgeberInnen
4.) PendlerInnen (meistens aus Niederösterreich)
5.) Pickerl-Verweigerer (Personen aus dem 12. oder 14., die sich das Parkpickerl für ihren Bezirk nicht leisten wollen. )
6.) EU-MitbürgerInnen (vorwiegend aus Osteuropa)
Durch die Parkraumbewirtschaftung würden PendlerInnen, Pickerl-Verweigerer und EU-MitbürgerInnen mit einem Schlag wegfallen, denn die haben nur ein Interesse: Gratis parken. Und der Rest? Der parkt nicht tage-, wochen- oder monatelang. Ein Patient, Kunde oder Besucher benötigt für den Termin i.d.R. 1-2 Stunden und fährt danach wieder weg. D. h. es gibt eine gewisse Rotation. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Hietzing primär als Wohnbezirk gilt. Dementsprechend gibt es ohnehin nicht viele Autos von der Kategorie 2 und 3, im Gegensatz zu 4 bis 6, die derzeit deutlich in der Überzahl sind.


Was passiert mit den derzeitigen Kurzparkzonen/Kurzparkstreifen?
Diese gelten offiziell als "Geschäftsstraßen" und werden im Zuge der Planung entfernt bzw. neu bewertet. In diesen darf jedes Fahrzeug mit einem gültigen Parkpickerl des jeweiligen Bezirks kostenlos parken. Allerdings nur im eigenen Bezirk und mit einer gültigen Parkscheibe, da die Höchstparkdauer 1,5 Stunden beträgt. Aber keine Sorge, die Anzahl solcher Geschäftsstraßen ist in einem Bezirk mit Parkpickerl weitaus geringer als bei einem ohne. In Simmering beispielsweise streicht man mehr als 5 Kurzparkstreifen wegen der Einführung und lässt ausschließlich eine im Vergleich kleinere Geschäftsstraße bestehen.


Werden mit dem Parkpickerl nicht Parkplätze vernichtet?
Nein, da der Bezirk darüber entscheidet. Natürlich kann es passieren, dass für wenige sehr enge Gassen, die nicht die gesetzliche Mindestbreite der Fahrbahn erfüllen, eine Lösung gefunden werden muss, wo evtl. Halte-/Parkverbotsschilder entstehen, aber auch hier fällt im Endeffekt der Bezirk die Entscheidung. Darum werden nicht mehr Parkplätze wegfallen, als es jetzt schon der Fall ist. Stichwort Motorradstellplätze, Kurzparkzonen unm.


Mein Auto steht in einer Garage / ich würde wahrscheinlich außerhalb der Zone wohnen, kann ich dennoch das Parkpickerl beantragen?
Ja, unter den oben genannten Voraussetzungen.


Na toll, dann kaufen sich alle außerhalb der Zone ein Parkpickerl und parken bei der U4. Dann bringt das Ganze doch nichts?
Diese Argumentation hört man immer wieder und ist nicht ganz nachvollziehbar. Penzing hat kein flächendeckendes Parkpickerl und dennoch findet man freie Parkplätze in der Nähe von der U4 (Kennedybrücke). Wer investiert schon € 90,-/Jahr nur um bei einer U-Bahn-Station parken zu können? Sollte es wider Erwarten trotzdem passieren, dann wäre es dennoch nicht so schlimm wie jetzt. Denn erstens werden die Fahrzeuge nicht tagelang herumstehen und zweitens ist die Anzahl deutlich kleiner.


Darf ich dann vor meiner Garageneinfahrt, die sich im öffentlichen Raum befindet, parken?
Ja, sofern es keine gelbe Sperrlinie gibt, nicht die Fahrbahn oder der Gehsteig blockiert wird und ein gültiges Parkpickerl oder Parkschein vorhanden ist. Sie können es auch Freunden gestatten. Die Organe der Parkraumüberwachung tolerieren dies, außer sie werden explizit vom GaragenbesitzerIn gerufen.


Apropos Freunde, die Besuche dauern oft länger als 3 Stunden. Müssen die jetzt alle 3 Stunden das Auto umparken?
Nein. Die Stadt Wien hat bestätigt, dass die Parkdauer, nicht kontrolliert wird. D. h. solange ein gültiger Parkschein aktiv ist, wird nicht gestraft.


Also ich finde im 1. Bezirk keinen Parkplatz und die haben doch auch das Parkpickerl. Wo ist da die Verbesserung?
Die Bezirke innerhalb des Gürtels (1.-9., 20.) sind als Referenzwert eher ungeeignet, da dort eine völlig andere Ausgangslage herrscht. (Viele ArbeitnehmerInnen, hohes Geschäftsaufkommen, vermehrte Touristen etc.) In den sogenannten Außenbezirken ist hingegen eine deutliche Entlastung seit der Parkraumbewirtschaftung spürbar und notfalls können Anrainerparkplätze errichtet werden.


Wo soll die Zone festgelegt werden?
In allen überparkten Gebieten, vor allem rund um das Zentrum und entlang der U4-Stationen, während rund um Schönbrunn zusätzlich Anrainerparkplätze geschafft werden sollen. Genauere Details müssen noch festgelegt werden.


Warum Anrainerparkplätze rund um Schönbrunn?
Weil das Parkpickerl nur von Mo - Fr (werktags) gilt, während die Schönbrunn Touristen auch am Wochenende und an den Feiertagen zu Lasten der AnwohnerInnen mit dem Auto anreisen. Dass sich die Methode bewährt sieht man direkt in Meidling beim Grätzl rund um den Osteingang. (Tivoligasse) Dort gibt es Dank der errichteten Anrainerparkplätze wegen den Schönbrunn Besuchern keine Parkplatznot mehr.


Was ist mit "Sondermodell Stadthalle" gemeint?
Das Gebiet um die Wiener Stadthalle verfügt über eine Sonder-Kurzparkzone. D. h. die Kurzparkdauer (Mo-Fr (werktags) 09:00 - 22:00 und  Sa-So, Feiertag 18:00 - 22:00) wurde dem Veranstaltungsort angepasst. Dadurch kommen Veranstaltungsbesucher nicht in Versuchung innerhalb des Bezirks zu parken und benützen die (günstigere) Garage. Dieses Modell kann man unter anderem rund um das ORF-Zentrum oder in der Nähe eines Krankenhauses adaptieren, als Alternative zu Anrainerparkplätzen.


Was ist mit dem Verdrängungseffekt?
Den kann man mit einer guter Planung vermeiden. Grundsätzlich gilt: Je schlechter das Öffi-Netz ausgebaut ist, desto unattraktiver wird es für die sogenannten Fremdparker.

Sollten in meiner Gasse Anrainerparkplätze errichtet werden, dann können beispielsweise Handwerker nicht mehr vernünftig ihren Dienst bei mir verrichten. Ist das nicht schlecht?
Neu geschaffene Anrainerparkplätze werden automatisch für den Wirtschaftsverkehr zwischen 08:00 bis 16:00 (werktags) freigegeben und der Monteur muss keinen Umweg in Kauf nehmen.

Gibt es eine Parkplatzgarantie?
Nein, leider. Dennoch zeigt die Erfahrung in Währing oder anderen Bezirken, dass die Parkplatznot deutlich geschwunden ist. Denn für Dauerparker, Pickerl-Verweigerer etc. wird ein Bezirk mit Parkraumbewirtschaftung gänzlich uninteressant, da sie nur kostenlos parken wollen.


Was spricht gegen ein Parkpickerl von 14-19 Uhr?
Die exzessiven Dauerparker werden zwar vertrieben, jedoch bleiben die Pendler davon unbeeindruckt, da diese ohnehin nur bis zum Nachmittag parken und notfalls einen 1, 2 oder 3 Std. Parkschein ausfüllen. Es wäre noch immer günstiger als ein Garagenstellplatz. Abgesehen davon gibt es sehr viele Fahrzeuge, die schon zu Mittag weg sind.

Ich habe gehört, dass nur ein Parkpickerl pro Haushalt ausgegeben wird, stimmt das?
Nein! Grundsätzlich gilt: Ein Parkpickerl pro Zulassungsbesitzer.